Geschichten aus der Streusandbüchse

Geschichten aus der Streusandbüchse

Herausgeber: Verband deutscher Schriftsteller (VS)
Landesverband Brandenburg
1. Auflage 2006, 240 Seiten, 140 x 210 mm, Paperback
10,00 €
Findling Verlag

ISBN 3-933603-38-2 / 978-3-933603-38-8

»Märkische Heide, Märkischer Sand …«
Wer kennt sie nicht, die heimliche Hymne der Brandenburger? Und für wen ist »Sand« – Streusandbüchse – nicht eine Art Synonym für das Land rings um Berlin?
Sand, im Wesentlichen aus Siliziumoxid bestehend und in solchem Übermaß vorhanden, dass ihm, oberflächlich betrachtet, wenig Wert beigemessen wird. Er knirscht zwischen den Zähnen. In Getrieben stiftet er Unheil. Permanent verhakt er sich in Autofußmatten, und man schleppt ihn an den Schuhsohlen in den Teppich. Freilich sorgt er dafür, dass Bauwerke zusammenhalten: Platten- oder Ziegelbauten, Fernsehtürme und Autobahnen. Er schützt als Glasscheibe vor Wind und Kälte und lässt die Sonne ins Haus. Er bewahrt als Flasche gepresst den Wein und lässt sich zu edlem Geschirr und Schmuck formen. Auf unzählige geschichtsträchtige Dokumente rieselte er aus königlichen Streusandbüchsen zum Trocknen der Tinte …
Vielschichtig und wichtig (oder nicht) – so wie Alltag und Historie uns berühren oder subjektiv gesehen werden – sind Sichten und Bedeutung der Geschichten in dieser Anthologie von 24 Autorinnen und Autoren aus dem Brandenburgischen. Sie sind wie Körnchen gestreut über das Land, über Genres und Bedeutsamkeit – so wie der Einzelne Umwelt, den Kontakt zum Nachbarn und überhaupt all das, was wir Gesellschaft nennen, wahrnimmt. Ja – um im Bild zu bleiben –, da und dort mag es dem einen beim Lesen knirschen. Anderen erscheint es brauchbar, hilfreich gar, und viele, lasst uns hoffen, erfreuen sich am Schönen …
Zahlreiche der 90 Brandenburger Mitglieder des Verbandes deutscher Schriftsteller (VS) in der ver.di haben sich über die Landesgrenzen hinaus bekannt gemacht, auch wenn es nicht über die so genannten Bestsellerlisten geschah. Ungezählten Lesern haben sie Freude bereitet, Unterhaltung geboten, jungen Leuten das Tor zum Buch geöffnet und dem Land zu Ansehen verholfen. Und das trotz der heutigen Medienvielfalt und trotz des Kommerzgehabes vieler Produzenten und Konsumenten.
Das heißt nicht, dass aus der Vergangenheit berichtet wird. Sie sind da, die Brandenburger Schreiberinnen und Schreiber! Dutzende von Veröffentlichungen jährlich zeigen es, auch Dank regsamer, oft selbstlos wirkender hiesiger Kleinverlage. „Schriftstellerinnen und Schriftsteller gehen in die Schule“ war 2005 in Brandenburg ein äußerst erfolgreiches, für die Bundesrepublik beispielhaftes (von der zuständigen Landesobrigkeit, trotz PISA, leider nicht unterstütztes) Projekt. Überdies ehrten Brandenburger Autorinnen und Autoren unseres Bundeslandes mit eigenen Texten würdevoll Pablo Neruda und Hans Christian Andersen, lasen wie in jedem Jahr „Wider das Vergessen“, stellen sich Schülern, treten in Bibliotheken und anderen Einrichtungen auf und …
Und schließlich beteiligen sich 24 von ihnen an dieser Anthologie – zum Zeichen ihrer Lebendigkeit!
Für das Zustandekommen der Geschichtensammlung sei allen Beteiligten herzlich gedankt, insbesondere P. Werner Lange, der die Texte zur Druckreife brachte und so dafür sorgte, dass die Körnchen durch das Sieb der Streusandbüchse passten.

Helmut Routschek
Verband deutscher Schriftsteller (VS)
Land Brandenburg

März 2006